Was zum Teufel ist passiert? Ach ja – ich bin Mama geworden.

Mal im Ernst: Wie viel mehr kann sich dein Leben ändern, als wenn du ein Kind bekommst? Die Freuden der Mutterschaft – schon klar. Eine Geschichte davon, wie sehr man sein Mamaleben lieben kann und doch sein altes Leben ein bisschen vermissen darf.

Seit ziemlich genau 9 Monaten bin ich jetzt eine Mama. Und ganz abgesehen von all den harten Tagen kurz nach der Geburt ist es ein wahrgewordener Traum. Unser Kind ist ein absolutes Anfängerbaby, bekommt Zähne, ohne dass man davon etwas mitbekommt. Selbst mit Fieber lächelt er einen mit seinen glasigen Augen an. Wenn er müde ist, legt er seinen Kopf auf meine Schulter und seufzt zufrieden. So sieht mein Alltag aus. Meistens.

Wir haben wirklich grosses Glück und das ist mir an jedem Tag bewusst. Ehrlich! Auch an den Tagen, an denen das Baby eben doch mal quengelig ist, mich keinen Meter Abstand nehmen lässt. Trotzdem liebe ich ihn mehr als sonst irgendwas auf dieser Erde, das ist klar. Genug Kitsch jetzt, es reicht. Die andere Wahrheit ist nämlich, dass mir mein altes Leben manchmal ganz wahnsinnig fehlt.

Wer bin ich, wer war ich und wer will ich sein?

Wenn Du ein Kind bekommst, als Mama, dann ändert das einfach alles. Ihr wisst das! Man sagt es euch vorher andauernd. Jeder. Überall. Man ist so genervt vom ewigen: „oh es ist so schön, aber halt total anders!“, dass man es irgendwann einfach gar nicht mehr glaubt, sondern es nur noch als eine Art Klugscheißerei der anderen Eltern abtut. Nur weil sich jemand ein paar Tage, Monate oder Jahre vor dir fortgepflanzt hat, gibt es diesen Personen im Grunde noch lange nicht das Recht dich zu belehren. Tun sie aber. Du versuchst also ganz ruhig, gelassen und offen an die Sache ranzugehen und für einen Moment scheint das auch zu klappen. Du kommst an im Eltern Sein und es ist toll! Das Baby ist einfach unglaublich niedlich (ein schlichter Trick von Mutter Natur, damit man die kleinen Terrorzwerge nicht irgendwann einen Kopf kürzer macht) und du bist happy.

Aber dann kommt er, der Moment (ein paar Tage, Wochen, Monate oder Jahre nach der Geburt) in dem du das erste Mal ein bisschen wehmütig auf dein altes Leben zurückblickst. Denn für dich hat sich alles geändert. Dein Partner wechselt im besten Fall die Windeln, gibt mal ein Fläschchen oder geht mit dem Baby raus. In den meisten Fällen reden wir von wenigen Stunden am Tag. Die restliche Zeit ist man allerdings auf sich gestellt. Wenn der Partner arbeiten ist, bist du alleine mit dem kleinen Zwerg und versuchst alles, damit dieses Kind überlebt und glücklich ist.

Dein Mann muss auf Geschäftsreise? Kein Problem! Er möchte auch mal wieder raus und was mit seinen Jungs machen? Na klar, hast du dir verdient! Und du? Du hast Babykotze im Haar und Rückenschmerzen vom ewigen rumtragen deines mittlerweile nicht mehr ganz so leichten Babys. Aber du bist glücklich, denn du liebst dein Kind. Bedingungslos.

Andererseits.. Was sind denn die Optionen? Du kannst nämlich nicht einfach mal einen Tag frei nehmen. Du kannst nicht mal für ein paar Tage raus. Wobei.. natürlich kannst du das irgendwie. Theoretisch zumindest. In der Praxis geht das dann aber über klassisches Windelnwechseln und mal ’ne Stunde spazieren mit Papa hinaus und das wird denn Herren dann doch zu viel. Oder du stillst noch, dann brauchen wir das Thema gar nicht weiter vertiefen. Vorbei die durchzechten, durchtanzten, raucherfüllten Nächte mit den Mädels. Vorbei der spontane Kurzurlaub im romantischen Hideaway in den Bergen und VORBEI mit „kurz mal Nägel lackieren“. Das ist sowas von vorbei!

Und egal wie oft du dachtest „uns passiert das nicht! Wir sind viel cooler, moderner und hipper als alle anderen vor uns“.. HA! Seid ihr nicht.

„Vorbei die durchzechten, durchtanzten, raucherfüllten Nächte mit den Mädels.“

Und trotzdem liebst du es

Mama sein ist nicht immer leicht, schon klar. Aber – und vielleicht geht es da auch nur mir so – Single und ungebunden sein war auch nicht so easy! Ich hatte zu der Zeit oft viel mehr mit Unsicherheiten und Selbstzweifeln zu kämpfen als jetzt. Und stressig war es auch! Ständig die Überlegung wo man am Wochenende ausgeht, was man dabei trägt und ob man sich die Haare nicht doch noch kurz blondieren soll, damit man mal „ein ganz anderer Typ Frau“ ist. Da ist mir ehrlich das Mamasein lieber. Ich trage Messy Bun und Jogginghose zu meinem vollgekotzten (wenn ich Glück habe ist es nur das) Shirt und fühle mich dabei immer noch halbwegs gut. Immerhin hat mein Körper ein Baby gemacht! Okay.. Nicht ganz alleine, da war schon noch jemand beteiligt. Aber hey – ich finde, wir dürfen schon immer wieder ein bisschen stolz sein und uns ein bisschen cool dafür finden. Nicht zu viel, aber ein bisschen hat noch keiner Mama geschadet. Und natürlich will ich mich auch mal wieder hübsch machen, aufbrezeln und JA, ich würde gern mal für einen Abend mein „altes Leben“ zurück haben wollen. Mit Weissweinschorle und Kippe in der Hand.

Aber nur, wenn ich am nächsten Tag ganz sicher mein Baby und den dazugehörigen Papa zurück bekomme.

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3 Antworten auf „Was zum Teufel ist passiert? Ach ja – ich bin Mama geworden.

  1. Auf den Punkt getroffen, du sprichst mir mal wieder aus der Seele meine Liebe 💕 Ich drück dich ganz fest & denk an dich! #momisquad 😘
    LG Lisa

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  2. Danke fürs aussprechen dieser so wahren Worte. Ich fühle genau so – du hast wirklich nieder geschrieben was bestimmt so viele Mamas mal fühlen. Ich aktuell definitiv. Ein toller Beitrag – authentisch trifft es auch! Ich habe ihn sehr gerne gelesen. Es muss doch auch okay sein mal kurz sein altes Leben zu vermissen, denn es war ja kein unglückliches in der Regel welches NUR durch ein Baby „gerettet“ werden konnte.

    Ich drücke dich ! Liebste Grüße Maren mit BabyC

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